Warmwasserzirkulation einrichten: So sparen Sie Wasser und Energie

Warmwasserzirkulation einrichten: So sparen Sie Wasser und Energie
Warmwasserzirkulation einrichten: So sparen Sie Wasser und Energie
  • von Helmut Schröder
  • an 6 Feb, 2026

Warmwasserzirkulation sorgt dafür, dass warmes Wasser sofort an jedem Wasserhahn verfügbar ist - ohne lästige Wartezeit. Jeder Tag ohne Zirkulation verschwendet bis zu 4 Liter kaltes Wasser pro Zapfvorgang. Doch wie funktioniert das System genau? Und wie können Sie es richtig einrichten, um Komfort und Energieeinsparung zu maximieren?

Was ist Warmwasserzirkulation?

Warmwasserzirkulation ist ein System, das warmes Wasser in einer geschlossenen Leitung zirkulieren lässt. So bleibt das Wasser stets heiß und steht sofort an allen Zapfstellen zur Verfügung. Ohne Zirkulation müssen Sie das kalte Wasser erst ablaufen lassen, bis warmes Wasser kommt. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Wasser: Bis zu 5 Liter pro Zapfvorgang werden verschwendet. Laut einer Studie des ift Rosenheim (2022) sparen Haushalte mit einer korrekt installierten Zirkulation durchschnittlich 15.000 Liter Wasser pro Jahr. Zudem vermeiden Sie unnötige Energiekosten durch das ständige Aufheizen von kaltem Wasser.

Die 5 wichtigsten Komponenten eines Warmwasserzirkulationssystems

Ein effizientes System besteht aus fünf zentralen Teilen, die zusammenarbeiten:

  • Wärmeerzeuger: Der Boiler oder die Heizungsanlage, die das Wasser erwärmt. Moderne Systeme nutzen oft Wärmepumpen oder Solarthermie für mehr Effizienz.
  • Zirkulationspumpe: Diese sorgt für den kontinuierlichen Fluss des Wassers. Die Grundfos Alpha3-Pumpe verbraucht bis zu 80% weniger Strom als herkömmliche Modelle.
  • Zirkulationsleitung: Eine parallele Leitung, die vom letzten Zapfpunkt zurück zum Wärmeerzeuger führt. Sie muss gut isoliert sein, um Wärmeverluste zu minimieren.
  • Regulierventile: Diese steuern den Volumenstrom und die Temperatur. Laut DIN 1988 müssen sie so platziert werden, dass die Mindesttemperatur von 55°C in der Leitung gewährleistet ist.
  • Thermisches Mischventil: Verhindert, dass das Wasser zu heiß wird. Es mischt kaltes Wasser mit dem heißen Zirkulationswasser, um eine sichere Temperatur von etwa 60°C zu halten.

Diese Komponenten müssen genau aufeinander abgestimmt sein. Andernfalls kann es zu ungleichmäßiger Temperatur oder unnötigem Energieverbrauch kommen.

Technische Darstellung einer Warmwasserzirkulationsanlage in einer Wand.

Installationsschritte: So setzen Sie das System ein

Für eine korrekte Installation folgen Sie diesen Schritten:

  1. Öffnen Sie die Quetschverschraubung an der entferntesten Zapfstelle (z. B. Waschbecken).
  2. Kürzen Sie die beiden Anschlussrohre um ca. 36 mm. Dies ist entscheidend für den korrekten Sitz des Reglers.
  3. Installieren Sie T-Stücke zwischen den Eckventilen und den Mischbatterieanschlüssen (sowohl warm- als auch kaltwasserseitig).
  4. Bauen Sie den Zirkulationsregler ein. Achten Sie darauf, dass die seitliche Überwurfmutter auf der Warmwasserseite liegt. Der obere Anschluss für den Flexschlauch ist die Kaltwasserseite.
  5. Prüfen Sie den Biegeradius. Der Flexschlauch darf niemals einen Radius von unter 27 mm haben - sonst reißt er.
  6. Installieren Sie Ventile in den Strängen, um den Volumenstrom zu regulieren. Für die letzten beiden Ventile in einer Verteilleitung sollten manuelle Regulierventile verwendet werden.
  7. Entlüften Sie das System nach der Montage, um Luftblasen zu entfernen.
  8. Isolieren Sie alle Rohrleitungen mit mindestens 20 mm Dämmung, um Wärmeverluste zu minimieren.

Bei größeren Installationen wie dem WZS 100/75-System von AFRISO sind zusätzliche Schritte erforderlich, wie das Anschließen der Rohrleitungen an G¾-Innengewindeanschlüsse und das Überprüfen der Fließrichtung des Rückflussverhinderers. Immer auf die DVGW-Vorgaben achten: Die Zirkulationsleitung muss mindestens 55°C halten, um Legionellenwachstum zu verhindern.

Systeme im Vergleich: Miller, WZS 100/75 & mehr

Vergleich von Warmwasserzirkulationssystemen
System Beste für Installation Energieverbrauch Kosten (ca.)
Miller Zirkulationsregler Kleine Installationen, Einzel-Zapfstellen einfach, keine elektrischen Anschlüsse sehr niedrig (nur bei Bedarf) 150-250 €
WZS 100/75 von AFRISO Große Wohnhäuser, komplexe Leitungsnetze komplex, Fachmann erforderlich moderat (intelligente Steuerung) 300-500 €
Grundfos Alpha3 Energieeffiziente Pumpenlösungen einfach, mit automatischer Anpassung bis zu 80% weniger als Standardpumpen 200-350 €
FriwaMini mit FC4.13 Kleine bis mittlere Systeme, nahe am Pufferspeicher mittel, mit spezifischer Montage niedrig (programmierbare Steuerung) 250-400 €

Diese Systeme unterscheiden sich vor allem in ihrer Steuerungstechnik. Moderne Lösungen wie die Grundfos Alpha3 nutzen Bewegungsmelder oder Smart-Home-Integration, um die Zirkulation nur bei Bedarf zu aktivieren. Traditionelle Systeme laufen kontinuierlich und verschwenden Energie. Laut EWEs Ratgeber (2023) können programmierbare Thermostatventile den Energieverbrauch um bis zu 10% reduzieren, indem sie die Temperatur in der Nacht absenken.

Familie genießt sofort heißes Wasser mit Energieeinsparung.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Viele Installationen scheitern an kleinen Details. Vermeiden Sie diese Fehler:

  • Falsche Ventilplatzierung: Wenn die Regulierventile nicht strategisch platziert sind, entsteht Temperaturunterschiede. Laut WILOs Optimierungsleitfaden (2023) müssen Ventile in den Strängen zur Einstellung des Volumenstroms installiert werden, um die Mindesttemperatur von 55°C zu gewährleisten.
  • Unzureichende Isolierung: Rohre ohne Dämmung verlieren bis zu 25% mehr Wärme. Der BDEW (2022) dokumentiert, dass unzureichende Isolierung den Energieverbrauch um 15-25% erhöht.
  • Falsche Pumpengröße: Eine zu kleine Pumpe sorgt für unzureichende Zirkulation, eine zu große verschwendet Energie. Die Grundfos Alpha3 passt sich automatisch an, um dies zu vermeiden.
  • Temperatur zu niedrig: Unter 50°C können Legionellen wachsen. Die Zirkulationsleitung muss mindestens 55°C halten - wie in DVGW-Arbeitsblatt W 553 vorgeschrieben.
  • Falsche Montage des Reglers: Beim Miller Zirkulationsregler muss der Flexschlauch einen Biegeradius von mindestens 27 mm haben. Unterschreiten Sie diesen, reißt er schnell.

Professionelle Installateure empfehlen, die Systeme immer nach DIN 1988 und DVGW W553 zu dimensionieren. Dies verhindert die meisten Probleme und sorgt für langfristige Effizienz.

Langfristige Vorteile: Komfort und Einsparung

Ein richtig installiertes Warmwasserzirkulationssystem zahlt sich schnell aus. Neben dem sofortigen Komfort sparen Sie:

  • Wasser: Bis zu 15.000 Liter pro Jahr - das entspricht etwa 50 Badewannen voll.
  • Energie: Moderne Pumpen wie die Grundfos Alpha3 verbrauchen 80% weniger Strom. Mit Nachtabsenkung sparen Sie weitere 10%.
  • Kosten: Die Investition amortisiert sich in 2-3 Jahren durch reduzierte Wasser- und Energiekosten.

Zudem schützen Sie Ihre Gesundheit: Die konstante Temperatur von 55°C verhindert Legionellenwachstum. Laut Hygieneexperten ist dies besonders wichtig in Haushalten mit Kindern oder älteren Menschen. Branchenexperten prognostizieren, dass zukünftige Systeme mit KI-gestützter Optimierung den Energieverbrauch um weitere 30-40% senken werden. Die europäische Ökodesign-Richtlinie wird ab 2025 strenge Wirkungsgrade für Pumpen vorschreiben - ein klarer Trend zu smarteren, effizienteren Lösungen.

Wie viel Wasser spart man mit einer Warmwasserzirkulation?

Laut einer Studie des ift Rosenheim (2022) sparen Haushalte mit einer korrekt installierten Warmwasserzirkulation durchschnittlich 15.000 Liter Wasser pro Jahr. Das entspricht etwa 50 Badewannen voll. Jeder Zapfvorgang ohne Zirkulation verschwendet bis zu 5 Liter kaltes Wasser, bis warmes Wasser kommt.

Kann ich die Zirkulation selbst einbauen?

Für einfache Systeme wie den Miller Zirkulationsregler ist eine Eigeninstallation möglich, wenn Sie grundlegende handwerkliche Kenntnisse haben. Komplexere Systeme wie das WZS 100/75 von AFRISO erfordern jedoch einen Fachmann. Die DIN 1988 und DVGW W553 schreiben vor, dass alle Neuinstallationen fachgerecht berechnet und dimensioniert werden müssen. Fehlerhafte Installationen können zu ineffizientem Betrieb oder sogar Sicherheitsrisiken führen.

Welche Temperatur muss in der Zirkulationsleitung sein?

Die Mindesttemperatur in der Zirkulationsleitung muss 55°C betragen, um Legionellenwachstum zu verhindern. Dies ist in DVGW-Arbeitsblatt W 553 festgelegt. Thermische Mischventile sollten auf 60°C eingestellt werden, um sicherzustellen, dass das Wasser an den Zapfstellen nicht zu heiß ist, aber die Leitungstemperatur ausreicht.

Muss die Zirkulation immer laufen?

Nein, moderne Systeme aktivieren die Zirkulation nur bei Bedarf. Die Grundfos Alpha3-Pumpe passt sich automatisch an und nutzt Bewegungsmelder oder Smart-Home-Integration. Traditionelle Systeme, die kontinuierlich laufen, verschwenden Energie. Laut EWEs Ratgeber (2023) können programmierbare Thermostatventile die Zirkulation in der Nacht absenken, was den Energieverbrauch um bis zu 10% reduziert.

Was ist der Unterschied zwischen Miller Zirkulationsregler und WZS 100/75?

Der Miller Zirkulationsregler ist ideal für kleinere Installationen und Einzel-Zapfstellen. Er ist einfach zu installieren, benötigt keine elektrischen Anschlüsse und spart Energie durch bedarfsgerechte Steuerung. Das WZS 100/75 von AFRISO eignet sich für größere Systeme mit komplexen Leitungsnetzen. Es bietet intelligente Steuerung und ist für mehrere Zapfstellen optimiert, erfordert aber eine professionelle Installation und höhere Kosten.

Wie verhindere ich Legionellen in der Warmwasserzirkulation?

Legionellen wachsen bei Temperaturen unter 50°C. Um sie zu verhindern, muss die Zirkulationsleitung mindestens 55°C halten. Zudem sollten alle Rohre gut isoliert sein, um Wärmeverluste zu minimieren. Thermische Mischventile sorgen dafür, dass das Wasser an den Zapfstellen sicher ist (60°C). Regelmäßige Wartung und Temperaturkontrollen sind ebenso wichtig wie die Einhaltung der DIN 1988 und DVGW W553-Normen.